Mit dem Motorrad nach Island – Reisebericht

Island Motorrad Reisebericht

Island mit dem Motorrad zu bereisen war sicherlich eines meiner atemberaubendsten Reisen in meinem Leben. Die Landschaft ist mit nichts in Europa zu vergleichen. Ich bin mir auch sicher das ich nicht das letzte Mal in Island war. Daher kann ich euch eine Motorradreise nach Island nur empfehlen. Um euch ein wenig teil haben zu lassen habe ich euch hier einen Island Reisebericht zusammengeschrieben, passend für Motorrad, Auto und 4×4. Bald werden wir den „Motorrad Adventure – Island Reiseführer“ veröffentlichen, so könnt ihr genau nachvollziehen, wo die HotPots und Highlights in Island sind.

Tag 0: Start des Reisebericht

Island Fähre

Wie so oft bei längeren Trips ist die Anreise langwierig und nervig. Da ich von Süddeutschland komme hatte ich einen einfachen Weg von ca. 1400 km nach Hirtshals. Daher hatte ich bei der Anreise 2 zwischenstopps gemacht, kurz vor Hamburg und am nächsten Tag in Lokken (kurz vor Hirtshals). Die 800 km Autobahnfahrt war sehr mühsam aber wenigstens hatte es nicht geregnet. Wir hatten kurz vor dem Fährhafen übernachtet da wir um 10 Uhr morgens am Fährhafen sein mussten. Für ein Motorrad + 1 Platz in der Sammelkabine hatten wir 550 € bezahlt da sollte man den Dampfer nicht verpassen. Die Fähre fuhr dann 3 Tage mit einem Zwischenstopp auf den Färöer Inseln die wir beim Rückweg auch noch abgefahren sind.

Tag 1: Bestes Wetter

Triumph Tiger 800 Island Reisebericht

Frisch angekommen in Seydisfiördur hatten wir eine Sichtweite von 10 m, dank Nebel (da freut man sich doch). Zum Glück verschwand der Nebel hinter dem nächsten Berg und wir konnten die Landschaft in Island bestaunen. Da wir Selbstversorger sind hatten wir direkt im Netto eingekauft, die Preise von Fleisch und Milchprodukten waren extrem teuer, wobei Fertiggerichte wie z.B. instant Nudeln teils auch günstiger wie in Deutschland waren. Der bekannteste und günstigste Supermarkt in Island ist „BONUS“. Nachdem das Essen gesichert war haben wir uns nach dem Wetter gerichtet und sind nach Süden gefahren, dort haben wir die schöne Aussicht an den Fjörden genossen und uns in den ersten HotPot gelegt. Ein cooles Gefühl bei ca. 10° mitten im Nirgendwo in ca. 42° (gefühlte 65°) heißes Wasser zu liegen und ein Bier zu trinken.

Tag 2: Der Gletscher

Glacier Gletscher

An diesem Tag haben wir nicht nur den Glacier besucht, eine Touristenhochburg, sondern sind auch auf einen Gletscher gefahren. Im Sommer ist die kleine Offroad Straße passierbar, die direkt an einen Gletscher führt. Auch waren mehrere schöne Bergseen und weiter oben die Highland Landschaft mit schwarzem Gestein und Felsen zu sehen. Am Glacier konnten wir dann Eisberge im Wasser sehen die vom größten Gletscher abgefallen waren. Richtung Meer konnten wir auch sehr viele Seehunde entdecken und beobachten.

Direkt am Glacier See finden sich auch einige Infotafeln, die das Abschmelzen des Gletschers der letzten 300 Jahre zeigt. Da bekommt man direkt ein schlechtes Gewissen! Kurz vor dem Glacier ist uns auch ein Polarfuchs über die Straße gelaufen also Augen auf.

Tag 3: Skogarfoss Wasserfall

Skogarfoss-Wasserfall

Wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin, hasse ich es zu wandern aber man ist nur einmal auf Island! Als wir durch ein Lavafeld gefahren sind sahen wir einen Berg, auf den wir laufen konnten mit einem atemberaubend schönen Wanderweg. Die Sicht auf das Lavafeld mit den Flüssen und der teils grünen Wiese war ebenfalls großartig.

Unseren ersten beeindruckenden Wasserfall haben wir an Tag 3 gesehen, den Skogarfoss.

Tag 4: The Golden Circle

Stokkur-Geysier

„The Golden Circle“ ist eine sehr bekannte Rundtour nahe Reykjavik, es heißt, wer hier war hat Island gesehen. Der Meinung bin ich nicht ganz aber hier findet ihr trotz allem großartige Wasserfälle wie den Gullfoss und auch den Wasser spuckenden Geysiere wie den „Stokkur“. Rund um den Golden Circle ist viel los den hier kommen alle Touristen vorbei und im Sommer werdet ihr nie alleine sein egal um welche Uhrzeit.

Tag 5: Die Hauptstadt Reykjavik

Motorrad-Reparatur-Gebael-Island

Da einer unserer Mitfahrer Probleme mit seiner Gabel hatte, haben wir uns einen Motorradhändler in der Hauptstadt gesucht der die Dichtungen wieder erneuert. Während der Reparatur waren wir am Hafen und haben uns eine Krabbensuppe gegönnt. Nach der Stärkung ging es dann Richtung Blue Lagoon. Im Thermalbad waren wir nicht aber rund um das Geothermalgebiet ist eine wunderschöne Landschaft mit kleinen Flüssen zwischen schwarzen Gestein. Am Abend ging es dann zurück zur Werkstatt, um die reparierte Gabel abzuholen.

Tag 6: Ab in die Highlands

Tiger-800-Highlands-Flugfeld

Am Tag 6 hatten wir unseren ersten Tag der nahezu nur aus Offroad bestand (keine Gravel Road). Die Route war perfekt um in die Highlands einzusteigen grober Schotter und keine Wasserdurchfahrten, also Perfekt für alle Offroad Fahrer. Hier ist dennoch Vorsicht geboten den man sollte stets darauf achten in der Fahrspur zu bleiben den links und rechts befindet sich oft Sand oder Kies in dem das Vorderrad das Schlingern anfängt. Die größte Herausforderung waren bei dieser Route 300 m feiner schwarzer Sand, ärgerlich aber machbar. Die Highlights der Route bestanden aus dem „Lava Cave“ eine Höhle, die sich die Lava gegraben hat, diese war auch begehbar und ein Flugfeld mitten in den Highlands auf dem man wunderbar Motorrad fahren konnte (siehe Bild).

Tag 7: Wandern auf den Vulkankrater

Vulkankrater-Island-Wandern

In meinem Island Reisebericht darf natürlich kein Vulkankrater fehlen, an diesem Tag hatten wir eine 6 km Wanderung zu 2 älteren Vulkankratern unternommen. Die Wanderroute war wirklich sehr vielfältig und am Ziel angekommen hatte man nicht nur den Ausblick in den Krater, sondern konnte auch die einzigartige Umgebung genießen, siehe Bild. Ganz im Westen der Route direkt am Leuchtturm konnten wir noch einen Polarfuchs entdecken und Wale aus der Ferne beobachten, was für ein Erlebnis!

Tag 8: Fahren Fahren Fahren

Altes rostiges Schiff Island

Dieser Tag bestand aus wenigen Highlights und vielen Straßenkilometern. Dennoch gönnten wir uns einen warmen HotPot zwischen der Fahrt. Kurz nach dem Bad entdeckten wir ein größeres Schiff, das in einem Sturm hier gestrandet ist, anscheinend das älteste Stahlschiff Islands.

Zum Ende der Route wurde die Strecke wieder etwas grober und die Landschaft sehenswerter, wir überquerten einen kleinen Bergpass richtung Vestfjordur. Der Anblick auf der Passhöhe richtung Westen auf den goldenen Strand war einfach atemberaubend. Da es schon spät war haben wir auch dort unser Lager aufgeschlagen.

Tag 9: Die Papageientaucher

Papageientaucher-Island-Reisebericht

Kennt ihr diese kleinen Vögel schon, ich hatte diese Tiere vor meiner Islandreise noch nie gesehen. Ein paar Kilometer von unserem Camping Spot fanden wir eine schöne Steilküste wo unter anderem viele Papageientaucher zu sehen waren. Auch gab es einen schönen Wanderweg an der Steilküste entlang.

Im weiteren Tagesverlauf fanden wir unser Top-Highlight, den schönsten Wasserfall Islands, den Dynjandi Wasserfall. An diesem Wasserfall Spot befindet sich jedoch nicht nur ein Wasserfall sondern auch noch sehr viele kleine Wasserfälle unterhalb des großen Dynjandi.

Und auch auf dieser Route fanden wir wieder einen HotPot der direkt von der Gravel Road zu sehen war.

Tag 10: Top HotPots

Island Motorradreisebericht HotPots

Auf der westlichen Halbinsel findet ihr Allgemein wesentlich weniger Sehenswürdigkeiten, dafür aber die meisten warmen Quellen. An diesem Tag waren wir in 2 HotPots wobei uns die erste Quelle noch etwas zu kalt war. Unser zweiter Stopp jedoch war genial, wir konnten direkt am Meer in 3 verschiedene HotPots (2 warme und ein etwas kälterer) und in die ferne schauen. Nicht selten kommt es hier vor das Ihr direkt vom HotPot Wale beobachten könnt.

Tag 11: Schlechtes Wetter

Blick aufs Meer

Am 11 Tag hatten wir leider viel Nebel und etwas Regen was die Stimmung etwas getrübt hat zum Glück gab es auf der Strecke auch keine wirklich erwähnenswerten Highlights. Am Ende des Tages kam jedoch die Sonne und wir konnten den Abend mit Blick auf das Meer beenden.

Tag 12: 100% Offroad

Offroad Tag Highlands Island

Jeder der in Island ein Motorrad oder 4×4 hat darf die Highlands nicht verpassen, so sind auch wir an diesem Tag in die Highlands gefahren. Von Akureyri gestartet gab es extrem viele Wasserdurchfahrten die teils auch sehr lange waren. Der Aufstieg war ebenfalls nicht immer leicht steiles Gefälle und lose Steine machten das Fahren nicht einfach daher ist es nur für Motorrad Fahrer geeignet die schon Offroad Erfahrung haben. Oben angekommen erwartet euch ein genialer Anblick an schwarzen Sanddünen und einer einzigartigen Mondlandschaft! Ebenso ist es hier möglich auf dem Campingplatz / Hotel zu übernachten und es sich im HotPot in den Highlands gut gehen zu lassen.

Die Abfahrt war wesentlich einfacher mit leichteren Flussdurchfahrten und besseren Wegen. Mehr Information über alle Highlights, Routen, Straßenbeschaffenheit, Tiere, Unterkünfte und HotPots findet ihr in unserem Reiseführer für das Motorrad und 4×4.

Tag 13: Der Mückensee

Hverir

Es hört sich nicht nur schlimm an es ist auch wirklich so! Unendlich viele Mücken findet ihr rund um den Myvatn (Mückensee) lange hält man es hier nicht aus. Die Landschaft ist dennoch genial und sollte auf keiner Reise fehlen.

Ein paar Kilometer weiter findet ihr den Hverir, brodelnder Schlamm mit Schwefel Geruch. Hier findet ihr ebenfalls geniale Wanderwege rund um den Hverir aber auch Wanderwege die auf den Berg Namafjall gehen für einen einzigartigen Ausblick.

Nach der Touristenhochburg sind wir weiter nach Husavik, dieser Ort ist sehr bekannt für Walewatching, da sich hier die meisten Wale tummeln. Zum Schluss konnten wir in einem gewaltigen Canyon wandern und uns den Dettifoss Wasserfall aus der nähe ansehen.

Tag 14: Schöne Strecke zum Abschluss

Islands Motorradstrecken

Zum Abschluss unserer Reise hatten wir uns noch die Östliche Straße vorgenommen, hier war unser Highlight die Bergstraße 917 (Gravel Road) die wir im tiefsten Nebel durchfahren durften bei einer Sichtweite von 10 Meter. Ich kann nur jedem empfehlen diese Straße bei so einem extremen Nebel zu meiden! Bei schönem Wetter erwartet euch ein schöner Ausblick auf Island und eine tolle Gravel Tour.

Tag 15: Abreise

An Tag 14 hatten wir uns schon in Seydisfjördur einen Campingplatz nahe des Fährhafens gesucht. Der Platz war extrem voll da geschätzt die Halbe fähre auf dem Campingplatz war, dennoch war es ein schöner Abend da wir einige Motorradfahrer aus allen möglichen Ländern kennengelernt haben. Abfahrt war um 11:30 Uhr jedoch sollte man 1,5 Stunden vor Abfahrt einchecken und sich in die Schlange einordnen. Zu unserem Glück hat es natülich geregnet und wir konnten 30 Minuten im Regen warten. Hiermit endet mein Island Motorrad Reisebericht, seit gespannt auf die nächste Reise.

Unser Island Reieführer für das Motorrad, Auto und 4×4

Du möchtest Island auch mit dem Motorrad, Auto oder 4×4 erkunden. Dann hol dir unseren Island Reiseführer, dort findest du alle wichtigen POIs wie:

  • Unsere Unterkünfte
  • Highlights
    • Wasserfälle
    • Sehenswürdigkeiten
    • Wandern
    • Vulkankrater
    • Gletscher
    • und vieles mehr..
  • HotPots
  • Tiere
    • Wale
    • Seehunde
    • Polarfuchs
    • Papageientaucher
  • Unsere Route
    • Streckenbeschaffenheit und Tipps

All diese Informationen haben wir dir natürlich nur in einer PDF zusammengetragen wie üblich in Reiseführeren, sondern in einer Interkativen Landkarte. Diese Landkarte bietet dir einen wesentlich besseren Überblick und hilft dir dabei unsere Route nachzufahren oder deine eigene Route zu erstellen. Zusätzlich erhälst du alle POIs im GPX-Format so kannst du diese ganz einfach auf das Handy oder dein Navigationsgerät importieren und mit wenigen Klicks navigieren. Insgesamt haben wir die über 80 POIs zusammengestellt die du von uns zugesandt bekommst. Neben den POIs erhälst du eine PDF mit mehr als 15 Seiten die noch mehr Infos rund um das Land bietet.

1 Kommentar

  1. Super Bilder, ich freue mich schon auf deinen Reiseführer. Wie ich sehe ist Island sehr vielfältig und es gibt viel zu sehen, wie Tiere, Landschaft, Wasserfälle und die Highlands. Ich werde nächstes Jahr auch nach Island fahren, hoffentlich ist das Wetter bei mir auch so gut :).

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