Wie lassen sich tödliche Motorradunfälle verhindern?

Pixabay.com © jplenio mit CCO Public Domain
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Motorradfahrer sind im Verkehr hierzulande eine besonders gefährdete Personengruppe. Die Anzahl an Motorradfahrern in der Unfallgesamtstatistik ist insgesamt sehr hoch. Auffallend ist aber vor allem der Anteil der Motorradfahrer, die sich dabei schwer verletzen oder gar getötet werden. Laut Statistiken ist fast jeder sechste verunglückte Mensch im Straßenverkehr hierzulande ein Motorradfahrer. Doch was sind die Ursachen dafür und vor allem: Wie können Motorradfahrer diese Unfälle verhindern?

Was sind die Ursachen für die Unfälle?

Wer sich ein wenig näher mit den Gründen der tödlichen Unfälle von Motorradradfahrern beschäftigt, kann erkennen, dass sich diese in unterschiedliche externe Ursachen wie beispielsweise Witterungsverhältnisse oder Hindernisse und fahrerbedingte Ursachen wie Verkehrstüchtigkeit und die eigene Aufmerksamkeit aufteilen.

Wie sollen Motorradfahrer mit den externen Ursachen umgehen?

Um diese Frage eindeutig zu beantworten, müssen diese externen Ursachen ein wenig näher beschrieben werden. Zu ihnen zählen vor allem:

  • Hindernisse: Hier gilt es noch einmal, vorhersehbare Hindernisse wie beispielsweise Absperrungen oder haltende Fahrzeuge und plötzlich auftretende Hindernisse wie Fußgänger, Radfahrer, Wildtiere und Gegenstände, die unerwartet auf die Fahrbahn gelangen, zu unterscheiden. Vor allem Letztere können Motorradfahrern große Schwierigkeiten bereiten. Hier ist es entscheidend, stets ein offenes und wachsames Auge zu haben.
  • Zustand der Straße: Im Vergleich zu vielen anderen Ländern sind die Straßen hierzulande zwar allgemein in einem sehr guten Zustand, dennoch lassen sich Schlaglöcher und Spurrillen nicht immer ausschließen. Deshalb ist es wichtig, vor allem auf entsprechende Schilder zu achten, die im Regelfall rechtzeitig davor warnen.
  • Die Verkehrslage: Staus gehören gerade zu den Stoßzeiten in Städten zum allgemeinen Stadtbild. Gefährlicher sind aber jene Fahrzeugansammlungen, die plötzlich und unerwartet auf Autobahnen auftreten. Für Motorradfahrer ist es in solchen Fällen oftmals schwierig, die hohe Geschwindigkeit noch rechtzeitig zu reduzieren. Abhilfe schafft hier nur ein hoher Grad an Aufmerksamkeit und vor allem die Fahrt mit einer Geschwindigkeit, die sich in angemessener Zeit deutlich reduzieren lässt.
  • Witterungsverhältnisse: Schlaglöcher und Staus sind die eine Sache, in vielen Fällen kommt dann auch noch das Wetter erschwerend hinzu und sorgt mit unterschiedlichen Kapriolen wie Regen, Schnee, Wind und Nebel für zusätzliche Gefahr. Gerade am Motorrad darf die Feuchtigkeit der Fahrbahn oder die beeinträchtigte Sicht auf keinen Fall übersehen werden. Denn durch die mangelnde Knautschzone führt ein Aufprall mit hoher Geschwindigkeit nahezu immer zu lebensgefährlichen oder gar tödlichen Verletzungen.

Vor allem die externen Faktoren spielen auch in der Verkehrssicherheitskampagne Vorsicht.Rücksicht.Umsicht des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg eine wichtige Rolle. Unter anderem soll mit ungewohnt humorvollen Schildern auf die Gefahren des Straßenverkehrs vor allem außerorts, also auf Autobahnen und Freilandstraßen  außerhalb des Stadtgebietes, aufmerksam gemacht werden.

Über 100 dieser Schilder appellieren in Baden-Württemberg mit einem Augenzwinkern an Auto- und Motorradfahrer, ihre Geschwindigkeit den äußeren Verhältnissen anzupassen.

Im Unterschied zu den internen Ursachen kann der Fahrer selbst zwar hier nicht so viel unternehmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass er den Gefahren deshalb völlig hilflos ausgesetzt ist. Oft ist ein schwerer Regenguss nicht vorhersehbar. Ebenso wenig, dass eventuell ein Reh unerwartet die Fahrbahn kreuzt. Doch der Umgang damit kann durch das eigene Fahrverhalten immer angepasst und so die Gefahr eines schweren Unfalls deutlich reduziert werden.

Was lässt sich gegen fahrerbedingte Unfallursachen unternehmen?

Im ersten Moment fallen den meisten Menschen bei den fahrerbedingten Unfallursachen nur die direkten Fehlverhalten von Motorradfahrern ein. Dazu gehört beispielsweise ein unbedachtes Überholmanöver oder die Missachtung einer Vorfahrt.

Als verantwortungsvoller Motorradfahrer gilt es, solche Aktionen unbedingt zu vermeiden. Viele sind sich nicht darüber im Klaren, dass auf dem Motorrad eine kurze unbedachte Handlung dazu führen kann, dass die eigenen Kinder dadurch einen Elternteil verlieren können und als Halbwaise aufwachsen.

Im Zusammenhang mit den fahrerbedingten Unfallursachen gibt es jedoch noch weitere Aspekte zu beachten:

  • Der Zustand des Motorrads: Der Reifendruck, die Beleuchtung sowie die ausreichende Funktion der Bremsen sollten immer vor Fahrtantritt vom Fahrer selbst überprüft werden. Das gilt vor allem, wenn die Ausfahrten unregelmäßig stattfinden und das Bike für längere Zeit nicht benutzt wurde. Darüber hinaus sollte auf eine regelmäßige Wartung in einer Fachwerkstätte stattfinden, deren Mechanikern auch vertraut werden kann.
  • Die Qualität des Helms: Gerade bei der Auswahl des Helms ist es wichtig, keine Abstriche zu machen. Denn ein guter Motorradhelm kann im Falle eines Sturzes über Leben und Tod entscheiden.
  • Stress und Ablenkung: Wer mit einem Motorrad fährt, sollte sich vorher die Frage stellen, ob er dazu auch in der Lage ist. Um Unfälle zu vermeiden, ist es wichtig, die volle Aufmerksamkeit dem Straßenverkehr zu widmen. Das funktioniert jedoch nur dann, wenn der Blick nicht alle paar Sekunden auf das Smartphone gerichtet wird. Auch Stress in der Arbeit oder im Privatleben sollte als Einflussfaktor nicht unterschätzt werden. Er führt dazu, dass die Fahrer das Risiko erhöhen und durch lange Nachdenkphasen oft so abgelenkt sind, dass sie nicht mehr genau mitbekommen, was im Verkehr rund um sie gerade passiert.
  • Alkohol und Drogen: Eigentlich sollte das mittlerweile eine Selbstverständlichkeit sein und an dieser Stelle gar nicht mehr erwähnt werden müssen. Doch viele Unfälle
    passieren immer noch aufgrund der Beeinträchtigung des Fahrers. Gerade am Motorrad ist das ein absolutes No-Go. Nicht immer ist die Beeinträchtigung jedoch so offensichtlich wie nach dem Konsum von ein paar Bieren oder einem Joint. Auch vom Arzt verschriebene Medikamente können dazu führen, dass die Aufmerksamkeit und somit auch die Reaktionszeit deutlich eingeschränkt ist. Bei einer Schwächung des Körpers durch eine Krankheit sollte ebenfalls auf die Fahrt mit dem Motorrad verzichtet werden.
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Vor dem Fahrtantritt sollten der Reifendruck, die Beleuchtung und die Bremsen überprüft werden.

Erste Hilfe kann Leben retten

Viele Motorradfahrer überleben Unfälle deshalb nicht, weil niemand zur Stelle ist, der im ersten Moment professionelle Hilfestellung bieten kann. Auch wenn es vielleicht im Falle eines eigenen Unfalls nicht weiterhilft, ist es eine gute Idee, hier mit gutem Beispiel voranzugehen. Ein Erste-Hilfe-Kurs sollte deshalb kein lästiges Anhängsel sein, das erforderlich ist, um den Führerschein zu erhalten. Es ist empfehlenswert, sich ständig mit diesem Thema auseinanderzusetzen und sein Wissen in regelmäßigen Auffrischungskursen aktuell zu halten. Auch eine entsprechend gut ausgestattete Apotheke kann im Falle des Falles Leben retten und sollte deshalb eine Selbstverständlichkeit sein.

Über Dominik W. 94 Artikel
Hi, ich bin Dominik und 27 Jahre alt. Schon mit 16 Jahren habe ich mich für das Moped fahren begeistert und das hält bis heute an. Nun nach mehr als 11 Jahren 2-Rad Erfahrung durfte ich 7 Motorräder mein eigen nennen und viele Reisen in Europa unternehmen, unter anderem in Island, Korsika, Sardinien, Spanien, Frankreich, Albanien, Rumänien und vieles mehr...

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